28. TreWa Con

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Die 30. TreWa Con in Miltenberg – Erstes Starlight Casino | Beginn: 27.12.1996 / Ende: 03.01.1997


Conbericht in Trekworld 47

XXVIII. TREWA CON vom
27.12.1996 – 03.01.1997

27.12 – 29.12.96 (Freitag – Sonntag)

Seit 1982 finden sie nun statt: Die allseits beliebten Trewa-Cons. So war die letzte über Silvester in Miltenberg schon die 28. Con in Folge. Fanden die Cons zunächst jährlich statt, so haben die Silvestercons seit 1988/89 Tradition. Das Haus in Miltenberg, einer schönen Kleinstadt idyllisch am Main und im Odenwald gelegen, faßt ca. 70 Gäste und ist ein Selbstversorgerhaus. Es hat Charme. Eine Mischung aus Kloster und Internat, nun vielleicht doch erheblich gemütlicher als Einrichtungen jener Art, und es liegt nahe der „Einkaufsmeile“ Miltenbergs. Dies erleichtert die Selbstversorgung für die Teilnehmer erheblich. Der erste Contag war ein Freitag. Über den ganzen Tag hinweg trudelten die von den Weihnachtsfeiertagen und dem Gänseessen angeschlagenen Teilnehmer in Miltenberg ein. Manche mit dem eigenen Auto oder als Mitfahrer, viele mit dem Zug.

Dies hielt natürlich die Fahrbereitschaft der Converanstalter, Schwidel und Vader auf Trab, die mit den eigenen Autos unermüdlich zwischen Bahnhof und Conhaus pendelten. Zu den alten, erfahrenen und robust unerschütterlichen Conhasen gesellten sich diesmal außergewöhnlich viele neue Conbesucher, dir gerade angekommen, voller Erwartung der Dinge die da kommen sollten, die Haupthalle füllten. Aus dem ganzen Land und darüber hinaus stammten die Conteilnehmer, auf das bunte Dialektgemisch wurde schon in einem früheren Conbericht einmal hingewiesen. Auch die damit verbundenen Verständnisprobleme brauchen an dieser Stelle nicht noch einmal beschrieben zu werden.

Am Abend waren dann die meisten der angemeldeten Gäste eingetroffen und weil draußen der kälteste Winter seit 30 Jahren tobte, gab es für die Gäste eine warme Mahlzeit (Nun, eigentlich gibt es am ersten Abend immer was zu essen, im Wechsel Wurstsalat, Chili con Carne, Spaghetti; aber Scheinkorrelationen sorgen immer für Unterhaltung). Diesmal waren wieder Spaghettis an der Reihe, vom Küchendienst des Tages liebevoll zubereitet. Apropos Küchendienst.
Der blieb keinem der Teilnehmer erspart. Alle wurden durch das Los entweder zum täglichen Frühstücksdienst oder zum Silvesterbuffet eingeteilt. Die Armen, welche den Dienst am Neujahrsmorgen gezogen hatten (Okay, selber schuld wenn man dann noch an Silvester bis 6 Uhr früh durchfeiert).
Später am Abend begann dann der „offizielle“ Teil der Con mit der obligatorischen Opening Ceremonie und den Hinweisen zum Ablauf der Con, die diesmal mit einem dicht gepackten Conprogramm aufwarten sollte.
Das Wochenende hielt sogleich einige Schmankerl bereit. Den meisten Conteilnehmern unvergessen bleiben wird das TERMINATOR-Spiel von Vader (Andreas Reinisch) & Co. am Samstag, dessen Vorbereitung offensichtlich sehr viel Zeit gekostet hatte. Die Teilnehmer fanden sich zusammen um unseren Stevie, vor den bösen Terminatoren (Vader und Mike in Paraderollen erstaunlich echt wirkend) zu retten und eine Roboterhand zu bergen und zu vernichten. Dies ging selten ohne Opfer ab, den überall lauerten Terminatoren, Fallen und Selbstschußanlagen die es mit den Spezialwaffen (Saugnapfpfeile schießende Plastikpistolen mit Hang zum Verklemmtsein) auszuschalten galt. Hier galt es eiskalt zu bleiben und notfalls auch mal seine besten Männer zu opfern (Den letzten Satz stelle man sich am besten gesprochen von einer tiefen, männlichen John-Wayne-Stimme vor). Es dauerte einige Stunden, bis die letzte Gruppe durch war (einige kamen gar nicht lebendig ans Ziel).
Die Conteilnehmer kamen nicht mehr zur Ruhe, auf der Pinwand hingen noch mehr Listen zum eintragen, wie zum Beispiel der Trewa-Con-Marsch vom bewährten Team Robert & Robert, der am Sonntag stattfand. Dieser von der Distanz nicht sehr weite, aber durch die Eiseskälte gerade für die Streckenposten besonders lange Marsch führte durch Miltenberg am Mainufer entlang, was besonders bei Enten und Schwänen zu Enttäuschungen führte, da trotz der Menschenmassen nichts zu futtern für sie abfiel (Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Streckenposten, die alle bis zum Ende durchgehalten haben, ohne zu erfrieren). Es galt so schwierige Aufgaben zu lösen, wie unter anderem das gegenseitige Füttern mit verbundenen Augen, dem Kartenhausbauen auf Zeit (Bei der Kälte gar nicht so leicht), dem Kinderpuzzlezusammensetzen unter verschärften Bedingungen, einer Glücksradvariante, einer sinnlosen Brückenüberquerung, einem Pantomimespiel, einen steilen rutschigen Hang einen Becher Wasser rauf und runter tragen, Wasserballon-Baskettball. Das letzte Spiel fand erst während der Silvesternacht statt (Es erforderte einen gewissen Alkoholpegel) und bestand im abträllern eines bekannten Schlagers.
An dieser Stelle soll auch mal jemand anders zu Wort kommen:
Wird ja auch langsam mal Zeit, da sagt man immer Frauen seinen schwatzhaft.
Da ich erst am Sonntag Abend angekommen bin, muß ich mich, genau wie die meisten Leser, auf das verlassen, was mein Mitschreiber über die ersten Tage berichtet hat. Obwohl ich nicht zu den wirklich „alten“ Conhasen zähle, war auch mein erster Eindruck, daß erstaunlich viele neue Gesichter dort vertreten waren. So war ich in einem Zimmer mit lauter Con – Neulingen. Dies hat sich jedoch als sehr schön herausgestellt.
Ich denke, so lernt man am besten den wahren Sinn einer solchen Con kennen. Neue Leute zu treffen. Ich bin also pünktlich im Con Haus eingetroffen um die durchfrorenen Teilnehmer des Con-Marsches zu begrüßen. Auch ich möchte noch einmal den Hut vor den Streckenposten ziehen, bei der Kälte…
Nach dem Marsch klang der Abend für die meisten gemütlich mit diversen Gesellschaftsspielen aus. Diese sind übrigens auf allen Cons sehr beliebt, sowie jegliche Art von Kartenspielen. Kurzfristig wurde eine kleine Feier anberaumt. Zum Gitarrenspiel wurde gesungen, nicht schön, dafür jedoch um so lauter. Der „harte Kern“ war auch um 3:00 Uhr in der Früh nicht müde die Stimmbänder zu strapazieren.

30.12.96 (Montag)
Montags fanden sich einige Conler zum gemeinsam Besuch von „Der Erste Kontakt“ (Hi, gibt es außer mir noch jemanden dort +draußen, der den Film noch nicht gesehen hat????) im Miltenberger Kino zusammen. Sicherlich ein Film den man mehr als einmal genießen kann. Am Abend fand schon wieder das nächste Highlight in Form des „Stargate“-Spieles statt, welches wieder von Mike & Co. aufwendig vorbereitet worden war. Alle Streckenposten wurden in prächtige ägyptische Gewänder gesteckt (Oder auch in gar keine, nicht wahr Nils, Robse?) und auch entsprechend geschminkt. Zunächst galt es, das Sternentor mit einem ferngelenkten und mit einer kleinen Kamera ausgerüsteten Auto zu erforschen. Nachdem dadurch Leben entdeckt worden war (Und was für welches!) ging es durch das Tor auf die Suche nach Daniel.
Was man sucht, oder suchen soll und was man dann bekommt, sind zwei Paar Schuhe. Wie sonst ist die Verwandlung eines Wieners in einen allseits bekannten Schweizer Autor zur erklären? Doch damit habe ich Pointe des Spiels wohl schon verraten, oder? Egal, ich finde es war ein eher ruhigerer Tag, geprägt durch die Silvester Vorfreude. Am Vormittag wurden noch rasch die letzten Einkäufe für die Silvesterfeier getätigt und manche Mark wurde in Feuerwerkskörper umgesetzt.
Das Highlight dieses Tages war wirklich eindeutig das „Stargate“ – Spiel. Wobei ich etwas berichtigen muß. Es gab niemanden, der gar keine Gewänder trug, eine Badehose war immer vorhanden. (Nur um bei dem Kommentar meines Kollegen keine falschen Hoffnungen bei manchen Leuten zu wecken.)
Nachdem durch das Auge der Kamera „intelligentes“ Leben auf der anderen Seite des Tores (Ein Tisch, der mit Nebel und Stroboskoplicht in ein spaciges Tor verwandelt wurde.) galt es ebenfalls durch das Tor zu kriechen und sich von den dort ansässigen Lebensformen die erste Aufgabe stellen zu lassen. Alles natürlich auf Zeit, jede Gruppe bekam ihre „Bombe“, ein Plastikrohr mit einer eingebauten Digitaluhr, die von 1000 (Sekunden) rückwärts zählte also ein richtiger Countdown. Die Sprengladung bestand aus einem Feuerwerkskörper der eigentlich bei 000 explodieren sollte, dies leider nicht bei allen Gruppen tat. Wenn jedoch mal kein Blindgänger erwischt wurde, dann gab es ein schönes Tischfeuerwerk mit viel Konfetti. Auf vielfachen „Wunsch“ eines einzelnen Herrn wurde das Zeitlimit dann später auf 700 Sekunden reduziert. Dies stellte sich dann jedoch als sehr passend heraus. Leider war danach eine richtige Wertung nicht mehr möglich und die Spielleiter entscheiden dann einstimmig, daß alle Gruppen den Sieg verdienten. Eine meiner Meinung nach mehr als gerechte Entscheidung, da somit der Spaß, den alle Beteiligten daran hatten, als wirklicher Sieger daraus hervor ging.

31.12.96 (Dienstag)
Silvester kam wieder viel zu schnell. Da die Silvestercon dieses Mal drei Tage kürzer war als letztes Jahr, war die Silvesterparty das Zeichen dafür, daß die Con auch bald wieder zu Ende gehen würde.
Endlich! Silvester!! Ich weiß nicht was es da zu trauern gibt. Immer diese Schwarzseher.
Nun, was schreie ich eigentlich so. Ich hatte das „glückliche“ Los meinen Küchendienst am Silvester Abend leisten zu dürfen. Den ganzen Tag waren beide Küchen belegt. Es wurden riesige Berge von Kartoffeln und Nudeln gekocht und zu Salaten verarbeitet. Literweise Milch für Vanille- und Schokoladenpudding gekocht. Kiloweise Gehacktes zu Frikadellen geformt und gebraten. Als schließlich die letzten Würstchen in der Pfanne lagen, wurden auch noch die vom Metzger bestellten kalten Platten geliefert. Trotz des riesigen Ansturms auf das Büfett, blieb auch in diesem Jahr wieder einiges übrig. Doch auch hier stellte sich heraus, daß ein Salat der über Nacht gezogen hat, besser schmeckt als am Abend zuvor.
Während noch kräftig fürs Büfett geschuftet wurde, wurde in der großen Vorhalle schon kräftig getanzt. Auch zu diesem Jahreswechsel versorgte uns unser DJ Rainer wieder mit fetziger Musik. Für sein wirklich abwechslungsreiches Programm, das bis in die frühen Morgenstunden ging, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.

01.01.97 (Mittwoch)
Was heißt hier, Küchendienst am Silvesterabend sei ein hartes Los? (Du hast mein volles Mitleid, grins. Soweit ich weiß, warst Du jedoch nicht gerade der Erste der zum Dienst angetreten ist! Vielen Dank Hannelore!!!) Was ist mit den armen Schweinen, die an Neujahrsmorgen Küchendienst hatten? Es gibt nämlich doch immer wieder unter den Conbesuchern welche, die drauf bestehen unbedingt um 9 Uhr morgens ihr Frühstück zu bekommen. Auch dann, wenn der arme Frühstücksdienst erst um 6 Uhr in die Federn gefallen ist. Der Neujahrstag ist traditionell der Ausspann- und Spieltag der Con. Auf dem Programm stand das Play-Station-Turnier, welches diesmal nicht aus einem brutalen Hau-drauf-Spiel bestand, sondern aus einer, lieben, netten, süßen Tetris-Variation aus Japan. Irgendwie war das Spiel auch gar nicht so leicht. Irgendwie war es richtig fies, gerade für diejenigen, die ausgeschieden sind. Aber man kann ja nicht immer gewinnen. Knurr. (Hey hat Dir noch niemand gesagt das Frauen Sieger mögen, jedoch Verlierer lieben? Nun, jedenfalls einige.)

02.01.97 (Donnerstag)
Der letzte Tag. Wie kommt es eigentlich, daß auf Cons die Zeit immer wieder so schnell verstreicht? Gut, diesmal war die Silvester Con auch kürzer als die vorangegangenen Jahre, doch ich denke die paar Tage mehr würden daran auch nichts ändern. Einige verließen die Con schon früher, so traten auch heute schon einige die Heimreise an. Ich hoffe niemand um sich vor dem Großreinemachen zu drücken!
Traditionell gibt es am letzten Tag immer ein gemeinsames Abendessen. Auch dieses Mal fand sich, nach einigem Suchen, ein Lokal das nicht nur geöffnet hatte, sondern auch willens war unsere Horde zu verköstigen. Bevor wir schon wieder beim Essen sind, sollten wir erst mal sehen was in Frankfurt so los war…
Da „Der erste Kontakt“ ein Film ist, den man mehr als einmal sehen kann, fanden sich an diesem Tag wieder einige zusammen um den Film diesmal in einem Frankfurter Kino auf englisch anzusehen. So machten sich jene auf einen Ausflug in jene Stadt, trotz des Schnees und der Tatsache, daß ab der Hessischen Landesgrenze scheinbar nicht mehr geräumt wurde. Auch in der Frankfurter Innenstadt hieß es für Fußgänger „Ski und Rodel gut“. Leider war am Donnerstag Programmwechsel und der Film lief in der OV dort nur in einer miesen Streichholzschachtel von einem Kino. Der Film war natürlich trotzdem gut. Abends hieß es dann sich bereitmachen für den letzten Programmpunkt der Con: Das Abschlußessen. Tja, das Lokal war ziemlich schlecht. (Mein Essen war gut, nicht erstklassig , jedoch gut. Hat jemand das Becken mit den Forellen gesehen? Eine davon ist dann mir zum Opfer gefallen) Dies nahm der guten Stimmung allerdings nichts weg. Danach im Conhaus waren sich alle wieder bewußt, daß dies der unwiderrufbar letzte Conabend gewesen ist. Um das Ende solange wie möglich herauszuschieben, blieben einige von uns wieder bis fast (Was heißt da fast???) 6 Uhr früh auf den Beinen. Dies wurde natürlich bestraft, in Form von Vader, der um 7:30 Uhr gnadenlos jedermann weckend durch die Zimmer zog.

03.01.97 (Freitag)
Tag der Abreise, des frühen Aufstehens und des Putzens. Pünktlich um 8:00 (?) (Also zu nachtschlafender Zeit ) geisterte unser Vader durch das bis dato stille und verschlafene Haus. Einige wohl überlegte Schläge auf den mitgeführten Topfdeckel lies auch die letzte Schlafmütze aus dem Bett kriechen. Ein für diese Zeit absolut unübliches Gedränge in der Dusche stellte die Nerven einiger Besucher schon früh auf die Probe.
Den ganzen Vormittag wurde geputzt und gefegt was das Zeug hielt, damit auch alles in neuem Glanz erstrahlen sollte. Nun, jedenfalls so ähnlich. Doch wie sage ich immer? Es ist der Gedanke der zählt. Bald traten auch die ersten die Heimreise an und so leerte sich das Conhaus nach und nach. Wieder hat das Haus einen Sturm überlebt, nächstes Jahr wird ein neuer Versuch unternommen es in seinen Grundmauern zu erschüttern.
Fazit? Hm, mag jeder für sich ziehen. Wir hoffen nur, daß wir mit unserem Bericht niemanden abgeschreckt haben. Im Gegenteil, hoffentlich fühlen sich möglichst viele STCE Mitglieder nun berufen, die Truppe zur nächsten TREWA Con zu verstärken.
Abschrecken? Einen wahren STCE-Conler kann nichts abschrecken. Weder Wind noch Wetter, Durchfall oder Müdigkeit, noch die Veranstalter können verhindern, daß wir bei der nächsten Con alle wieder dabei sind.
Es berichteten aus vorderster Front:

Robert & Nicolette

Nachwort:
„Wohl niemand von uns denkt auf einer Con an den Tod oder etwas ähnliches“, hieß es am Ende des Conberichts zur letzten Silvestercon in einem Nachruf. Trotzdem wurden zwei von uns während der Con von schweren Schicksalsschlägen innerhalb ihrer Familien getroffen und mußten vorzeitig abreisen. Euch und Euren Angehörigen möchten wir diesen Conbericht widmen und wünschen, daß Ihr auch in dieser schweren Zeit nicht Euren Optimismus und Euere Lebensfreude verliert. „Es war die beste aller Zeiten, es war die schlechteste aller Zeiten“. Wir waren die ganze Zeit mit unseren Gedanken bei Euch.

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